Welt am Sonntag, 26. April 2005

Musik, Wein und Hausfrauenschnittchen
von Doris Banuscher

"Die Idee ist wichtig und schön. Da findet etwas Positives in unserer Gesellschaft statt", so Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck in ihrem Grußwort.

320 Gäste erlebten einen musikalischen Benefiz-Abend in wunderbarer Atmosphäre in der Musikhochschule. Zehn junge Musiker von Live Music Now, LMN, spielten und sangen Werke von Schumann, Mahler, Mozart und Haydn. Nach dem Konzert baten die LMN-Mitglieder zu Wein und selbstgemachten, hochbegehrten "Hausfrauenschnittchen".

Live Music Now wurde 1977 von Yehudi Menuhin in England gegründet. Seit 1998 gibt es eine Dependance in Hamburg. Die Mitglieder organisieren Konzerte in Krankenhäusern, Altenheimen, Behindertenstätten und Gefängnissen. Dr. Klaus Fricke, Ärztlicher Direktor des Werner Otto Instituts: "Ich war skeptisch. Doch als die Musiker bei uns spielten, war ich verblüfft, wie positiv die Behinderten und verhaltensgestörten Kinder auf die Musik reagierten."

Welt am Sonntag, 8. Juni 2004

Live Music Now - Der Name ist Programm
von Doris Banuscher

Die 400 Gäste im Forum der Hochschule für Musik und Theater erlebten einen ganz besonderen Abend in wunderbarer Atmosphäre. Aus Anlass des fünfjährigen Bestehens von Live Music Now (LMN) in Hamburg gaben junge Musiker ein von Rolf Seelmann-Eggebert moderiertes Benefiz-Konzert.

Und die Ehrenvorsitzende Zamira Menuhin-Benthall reiste aus Großbritannien an, um dabei zu sein. Ihr Vater, der berühmte Geiger Lord Yehudi Menuhin (gestorben 1999), hatte Live Music Now mit der Idee gegründet, Musik zu Menschen zu bringen, die nicht mehr in Konzerte gehen können. So spielen junge Musiker, die noch studieren, in Altenheimen, Krankenhäusern, aber auch vor behinderten Kindern. Mit großem Erfolg. In elf deutschen Städten gibt es inzwischen LMN-Gruppen. Nach dem gefeierten zweieinhalbstündigen Konzert wurde zum Empfang mit Wein und den berühmten "Hausfrauenschnittchen" gebeten (werden von den LMN-Damen selbst geschmiert). Übrigens: Prof. Dr. Hermann Rauhe wurde zum LMN-Ehrenmitglied gekürt.

Die Welt, 17. April 2002

„(...) Möglich gemacht werden diese ungewöhnlichen Konzerte von der gemeinnützigen Organisation Live Music Now, die vor 25 Jahren in London von Yehudi Menuhin gegründet wurde. Der berühmte Geiger wollte Musik an Orte bringen, die sonst beängstigend still sind und gleichzeitig jungen und hochbegabten Musikern Auftritte verschaffen. (...) Nach dem Konzert ist Zeit zum Reden.“Das war ein echtes Highlight“, sagen die Gefangenen übereinstimmend. Eine Frau mit rot-braunem Bubikopf fragt schüchtern, ob sie die Harfe „mal probieren“ dürfe. Sie darf, kommt nach vorn, stellt sich vor das Instrument und streicht zart mit beiden Händen über die Saiten. Die junge Frau, die weinen musste, sagt:“Jetzt kann ich meine Tränen wieder zulassen.“

Süddeutsche Zeitung, 24. April 2001

Artikel vom 24. April 2001

"(...) Eigentlich spielen sie ja in Altenheimen, Krankenhäusern oder Gefängnissen, die jungen Musiker des Menuhin-Projekts (...). Insgesamt aber lässt sich nur hoffen, dass auch alle anderen Live-Music-Now-Künstler so eifrige und ernsthafte Botschafter ihrer guten Sache sind (...)“

Süddeutsche Zeitung, 15. Januar 2000

„Aus einer Idee ist eine europäische Bewegung geworden. „Live Music Now“ bringt Musik dorthin, wo sie fehlt.“

Die Welt, 1998

„Yehudi Menuhin spielte so oft wie möglich auch für Menschen, die nicht in Konzerte gehen konnten: Im Krieg für Verwundete und später für Überlebende der Konzentrationslager, die nach der Befreiung noch in Lagern lebten. Und obwohl es zur Zeit der Apartheid unter Strafandrohung stand, geigte er auch für schwarze Südafrikaner, die keinen Zutritt zu Konzertsälen hatten. Dann kam er auf die Idee, junge Künstler für Konzerte in Krankenhäusern, Flüchtlingsunterkünften, Altenheimen und Gefängnissen zu gewinnen (...) In der Idee von „Live Music Now“ ist der Aspekt der Lebenshilfe durch Musik mit dem der künstlerischen Nachwuchsförderung durchdacht verbunden. Menuhin erwartete von den jungen Künstlern, dass sie ihre Mitwirkung bei „Live Music Now“ nicht nur als Job auffassen, sondern über ihr Tun Rechenschaft ablegen und ihre Eindrücke bei der Begegnung mit den Zuhörern in einem Protokoll festhalten.“

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