Hamburger Abendblatt, magazin, Sa./ So., 25./26.1.2014

Live Music Now: Konzerte, die zum Hörer kommen

Vor 15 Jahren wurde Live Music Now nach einer Idee von Yehudi Menuhin gegründet. Marlies Fischer über ein Hamburger Projekt mit vielen Gewinnern.

Der Namensgeber konnte in Hamburg leider nicht mehr dabei sein. "Kurz vor unserem ersten Konzert ist Yehudi Menuhin gestorben", sagt Sibylle Voss-Andreae. Ein Harfenkonzert am Himmelfahrtstag 1999 für behinderte Kinder und Jugendliche: So begann vor 15 Jahren die Musiker-Förderung des Hamburger Vereins Yehudi Menuhin Live Music Now (LMN). Zum ersten Mal wurde damals in der Hansestadt die Idee des Namen gebenden Gründers umgesetzt, Konzerte dort zu organisieren, wo die Besucher sonst keine Möglichkeit haben, Musik – vor allem klassische – live zu erleben.

"Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude" – dieser Leitsatz war es, der Lord Yehudi Menuhin (1916–1999) animierte, die Musik aus den Konzertsälen herauszuholen und zu Menschen zu bringen, die wegen ihrer Lebensumstände keine Konzerte besuchen können. 1977 gründete der Geigenvirtuose, der auch häufig das Hamburger Publikum mit seinem Spiel begeisterte, in London den Verein Live Music Now. Damit konnte er seinen Wunsch verwirklichen, junge Musiker zu fördern und gleichzeitig die heilende und tröstende Kraft der Musik zu nutzen.

Sybille Voss-Andreae hörte 1998 zum ersten Mal von dieser Initiative. "Ein Freund hatte Kontakt zu Live Music Now in München und fragte mich, ob ich so etwas in Hamburg gründen könnte", erinnert sich die heute 74-Jährige. "Aber ich hatte so viele andere Dinge zu tun. Also warb ich Iris von Hänisch an und holte auch meinen Mann Peter mit ins Boot."

Und auch Dorothea von Xylander, 65, gehörte zu den Gründungsmitgliedern. "Meine Tochter studierte in Bayreuth und bekam ein Programm des Vereins in München in die Hände", erzählt die Kirchenmusikerin. Die Organistin schrieb an die Gruppe in der bayerischen Landeshauptstadt und bekam auf diesem Umweg Kontakt zu den Hamburger Musikfreunden. "Ich wollte etwas mit Kulturmanagement machen und suchte eine ehrenamtliche Aufgabe. Bei Live Music Now passte alles zusammen."

Zusammen mit noch einem Dutzend weiteren Musik-Begeisterten machten sich die beiden Frauen daran, den Verein ins Laufen zu bringen. Sie warben für die kostenlosen Konzerte in Senioren- und Pflegeheimen, Behinderten-Einrichtungen und Schulen, Krankenhäusern und Hospizen, an Zufluchtsorten für Obdachlose und in Gefängnissen. "Zuerst gab es Verwunderung darüber, dass wir Konzerte verschenken wollten", sagt Sibylle Voss-Andreae. Aber allmählich trudelten die Anfragen ein, und man brauchte Musiker. Dorothea von Xylander wandte sich an die Hamburger Musikhochschule und bat um Unterstützung. "Und so wurde die Idee von Yehudi Menuhin vor 15 Jahren auch in Hamburg lebendig", sagt von Xylander.

Seitdem hat das mittlerweile 16-köpfige ehrenamtliche Organisationsteam – zwölf Damen und vier Herren – in jedem Jahr mehr als 200 Konzerte in rund 70 verschiedenen sozialen Einrichtungen in und um Hamburg veranstaltet. "Mit gefällt der Doppelauftrag", sagt Catrin Gräfin zu Stolberg, die bei LMN seit sechs Jahren die Öffentlichkeitsarbeit betreut, "der soziale Aspekt und die Begegnung mit den jungen Musikern."

Rund 150 Musikerinnen und Musiker zwischen 19 und 33 Jahren treten als Stipendiaten im Auftrag des Vereins auf. Wer unter dem Label LMN seine Kunst zu Gehör bringen möchte, muss sich beim jährlichen Vorspielen vor einer unabhängigen Jury qualifizieren. Pro Konzert bekommen die Nachwuchs-Künstler dann eine finanzielle Förderung. Und sie lernen, Programme zu gestalten, Konzerte zu moderieren und so mit dem Publikum in Kontakt zu treten.

Für die Künstler ist es ein Qualitätsausweis, den Punkt "LMN-Stipendiat" im Lebenslauf aufführen zu können. Und einige haben es auch schon weit gebracht: Die Cellistin Sonja Lena Schmid gehört zum Hamburger Ensemble Salut Salon, der koreanische Tenor Jun-Sang Han singt an der Hamburgischen Staatsoper, die Pianistin Anna Vinnitskaya lehrt als Professorin in der Hansestadt, und Professor Johannes Moser unterrichtet Cello an der Musikhochschule Köln.

"Harfen, Streicher und Stimmen sind am besten einzusetzen", hat Ingeborg Laabs während ihres zehnjährigen Engagements bei LMN erfahren. Querflöten dagegen brächten in einem Seniorenheim wenig Freude, die hohen Töne hörten ältere Menschen weniger gut. Lieblingsstücke haben sich in den 15 Jahren ebenfalls etabliert: "Arien von Mozart oder aus Operetten, Werke von Edward Elgar oder ,Karneval der Tiere' von Camille Saint-Saëns, die Moritat von Mackie Messer aus der ,Dreigroschenoper' oder Mozarts ,Kleine Nachtmusik' sind sehr gefragt", sagt Dorothea von Xylander, die im Verein für die Programmgestaltung zuständig ist.

Achtmal in Jahr treffen sich die vielen Damen und wenigen Herren, um Konzerte zu planen, Anfragen zu sichten und Musiker um ihre Mitwirkung zu bitten. Das alles kostet, und deshalb ist LMN auf Spenden angewiesen. "Mitgliedschaft bei uns oder im Förderverein, Zuwendungen statt Geschenke zu Geburtstagen oder Jubiläen und Patenschaften für einzelne Konzerte sind Möglichkeiten, kostenlosen Musikgenuss in soziale Einrichtungen zu bringen und dabei junge Künstler zu fördern", sagt Sibylle Voss-Andreae, die dem Verein mittlerweile vorsitzt.

Oder der Besuch des jährlichen Benefizkonzertes in der Hamburger Musikhochschule. Dann spielen Stipendiaten ohne Gage ein hochklassiges Programm für LMN, die Vorstandsdamen informieren über die Arbeit des Vereins, und bei Häppchen und einem Glas Wein kommen auch die Künstler mit dem Publikum ins Gespräch. "Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude" – dieses Motto von Lord Yehudi Menuhin wird dann im besten Sinne Wirklichkeit.

Die Welt, Leute von Welt, Dienstag, 12. Februar 2013

Benefizkonzert

Nachwuchsmusiker berühren Hamburger Publikum

Die 15 Mitglieder der Yehudi Menuhin Live Music Now (LMN), Hamburg - alle arbeiten ehrenamtlich - waren hoch erfreut: Auch ihr diesjähriges, 14. Benefizkonzert war restlos ausgebucht. 450 Gäste erlebten in der Hochschule für Musik und Theater (Milchstraße) einen glanzvollen Abend. 13 junge Stipendiaten des gemeinnützigen Vereins begeisterten die Zuhörer, besonders der 21-jährige Thomas Reif, Violine, faszinierte mit seinem Spiel. Aber auch der gleichaltrige Pianist Fabian Gehring, der schon mit etlichen namhaften Preisen ausgezeichnet wurde, sorgte mit seinem Spiel für Gänsehautfeeling, ebenso das Bläserquintett und das Glinka Klaviertrio, Magdalena Abrams, Klarinette, die einzige Hamburgerin, und Nikolai Rosenberg am Klavier. Sybille Voss-Andreae, Vorsitzende des Vorstandes, begrüßte die Gäste und erläuterte die Ziele des Vereins. Jährlich geben die Stipendiaten rund 200 kostenlose Konzerte, organisiert von LMN, in sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Behindertenschulen und -heimen, Sterbehospizen, Haftanstalten und Obdachlosenstätten. Gleichzeitig werden junge besonders begabte Musiker gefördert. LMN bringt Musik zu Menschen, die sie sonst nicht live erleben können. Der Geiger und Philanthrop Yehudi Menhuin (1916-1999) gründete Live Music Now 1977 in England. Sein Credo: Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude. Seit 1999 gibt es LMN in Hamburg. Nach dem Konzert gab es einen Empfang für die Gäste und die Musiker, gesponsert vom Bankhaus B. Metzler. Unter den begeisterten Zuhörern war auch der weltbekannte Opernsänger (Bariton) Franz Grundheber sowie Gabriele und Henrik Hertz, Immobilien, Britta und Martin Philippi mit Tochter Franziska, Monika Grunewald, Domina des Klosters St. Johannis, Karl Gernandt, Generalbevollmächtigter von Kühne + Nagel.

Hamburger Abendblatt, Dienstag, 12. Februar 2013

Junge Stipendiaten musizieren für guten Zweck

450 Gäste genießen Benefizkonzert in Musikhochschule


Hamburg. Die 15 Mitglieder der Hamburger Vereinigung von Yehudi Menuhins Live Music Now (LMN) waren hocherfreut. Denn auch ihr 14. Benefizkonzert war restlos ausgebucht. 450 Gäste erlebten in der Hochschule für Musik und Theater an der Milchstraße einen glanzvollen Abend.
13 junge Stipendiaten des gemeinnützigen Vereins begeisterten die Zuhörer, besonders der 21-jährige Thomas Reif an der Violine faszinierte mit seinem Spiel. Aber auch der gleichaltrige Pianist Fabian Gehring, der schon mit etlichen namhaften Preisen ausgezeichnet wurde, sorgte mit seinem Spiel für Gänsehautgefühle, ebenso das Bläserquintett und das Glinka Klaviertrio, MagdalenaAbrams, Klarinette, die einzige Hamburgerin, und Nikolai Rosenberg am Klavier.
Sybille Voss-Andreae, Vorsitzende des Vorstandes, begrüßte die Gäste und erläuterte die Ziele des Vereins. Jährlich geben die Stipendiaten, organisiert von LMN, rund 200 kostenlose Konzerte in sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Behindertenschulen, Hospizen, Gefängnissen und Obdachlosenstätten. LMN bringt Musik zu Menschen, die sie sonst nicht live erleben können. Gleichzeitig werden so junge, besonders begabte Musiker gefördert.
Der Geiger und Philanthrop Yehudi Menhuin (1916-1999) gründete Live Music Now 1977 in England. Sein Credo: Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude. Seit 1999 gibt es LMN in Hamburg.
Nach dem Konzert gab es einen Empfang für die Gäste und die Musiker. Unter den Zuhörern waren auch der weltbekannte Opernsänger Franz Grundheber sowie Monika Grunewald, Domina des Klosters St. Johannis, Karl Gernandt, Generalbevollmächtigter von Kühne + Nagel.      (db)

 

Hamburger Abendblatt, Von Mensch zu Mensch, Sonntag, den 12.01.2013

Benefizkonzert:  Verein Live Music Now fördert junge Musiker

Am 10. Februar um 18 Uhr findet das jährliche Benefizkonzert "Yehudi Menuhin Live Music Now Hamburg e. V." im Forum der Hochschule für Musik und Theater im Harvestehuder Weg 12 statt. Es ist zugunsten der Förderung von jungen, talentierten Musikern, die auch dort spielen werden. Diese Stipendiaten des Vereins "Live Music Now" geben Konzerte in 70 sozialen Einrichtungen der Metropolregion. Nach dem Konzert findet ein Empfang im Foyer statt. Der Eintritt kostet 40 Euro, ermäßigt 10 Euro, Spenden sind willkommen. Kartenbestellungen bitte per Fax an 04163-7759 oder per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

MK News Juni / Juli 2012 - Unabhängige Zeitung der Kath. Marienkrankenhaus GmbH

Musik heilt und bringt Freude

 Die Live Musik in der Geriatrischen Tagesklinik brachte den Patienten im Marienkrankenhaus am 14. Juni 2012 eine Stunde Abwechslung während ihres Klinikaufenthaltes. Samuel Selle und Philipp Wentrup spielten mit ihrem Violoncello Stücke von Joseph Haydn, David Popper und anderen Komponisten. Veranstalter ist der Hamburger Verein Yehudi Menuhin LiveMusic Now.

Der Geigenvirtuose und Gründer von Live Music Now war Lord Yehudi Menuhin. Er wollte die Musik aus den Konzertsälen herausholen und zu Menschen bringen, die auf Grund ihrer Lebensumstände keine Konzerte besuchen können.

Bis zu fünf Mal im Jahr kommen die jungen Musiker von Yehudi Live Musik Now ins MK und bringen die Musik zu unseren Patienten ins Krankenhaus. Die Konzerte sind eintrittsfrei und werden aus Spendengeldern finanziert. Für alle, die diese Aktionen unterstützen möchten:

Spendenkonto: Yehudi Menuhin LMN Hamburg e.V., Konto Nr.: 104 322 0589, Hamburger Sparkasse, BLZ 200 505 50. (eb)

Hamburger Abendblatt, Kultur, 7. 2. 2012

Das Schlagwort von der Win-win-Situation wird gern gebraucht - und oft überstrapaziert. Bei Live Music Now aber gibt es tatsächlich nur Gewinner. Junge Musiker spielen hier in Krankenhäusern, Hospizen, Altersheimen und sozialen Einrichtungen. Die Hörer gewinnen ein musikalisches Erlebnis, die Spieler Auftrittsmöglichkeiten und menschliche Erfahrungen, die sich so in keinem angestammten Konzertsaal machen ließen. Bei einem Benefizkonzert am Sonntag im Forum der Musikhochschule stellte sich die Hamburger Sektion des von Yehudi Menuhin gegründeten Vereins Live Music Now vor.

Zu hören gab es Musik und Festreden mit beeindruckenden Zahlen und bedenkenswerten Worten. 160 Stipendiaten gaben 2011 über 200 Konzerte in 70 Einrichtungen, so berichtete die Organisatorin Sibylle Voss-Andreae. Axel Rolfs, Oberarzt der Psychiatrie im Albertinen-Krankenhaus, beschwor die Macht der Musik über das Gefühlswesen Mensch. Unter den Stipendiaten ragte die junge ukrainische Pianistin Galina Gusachenko mit einer bemerkenswert reifen Haydn-Interpretation hervor.(ist)

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